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GEMEINDEN

 

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PRIESTER

 

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DIÖZESE

 

Im Juni 2013 wurden zwei koptische Diözesen in Deutschland gegründet: eine für das Kloster Brenkhausen in Höxter und die Kirchen in Norddeutschland. Zum Bischof dieser Diözese wurde Anba Damian eingesetzt. Außerdem wurde Anba Michael zum Bischof der Diözese des Klosters Kröffelbach und für Süddeutschland eingesetzt.

Mit diesen beiden Inthronisationen endete das zuvor bestehende Übergangssystem der Seelsorge, nach dem die Gemeinden in der Diaspora direkt dem koptischen Papst unterstanden. Dieser wurde bei der Verwaltung der Diözesen von einem Hilfsbischof vertreten, der den Titel „Allgemeiner Bischof“ („Bischof General“) trug.

Seine Heiligkeit Papst Tawadros II. weihte Seine Gnaden Anba Michael am 16. Juni 2013 zum Bischof für das Kloster des heiligen Anba Antonius in Kröffelbach und für Süddeutschland. Die feierliche Inthronisation im Kloster fand am 30. Juni 2013 statt.

Der erste, der sich seit den 1960er Jahren um die verstreuten Kopten in Deutschland kümmerte, war Bischof Anba Samuel (†1981). Danach begann ab 1975 die Gründung offizieller koptischer Kirchen an mehreren Orten durch die seelsorgerische Tätigkeit von Erzpriester Salib Sorial (†1994), den Papst Schenuda III. (†2012) nach Deutschland entsandt hatte, um sich dort um die Kopten zu kümmern. Das Wachstum der Zahl der Kirchen machte schließlich die Gründung der beiden Diözesen notwendig.

Bereits 1980 wurden außerdem zwei Mönche aus dem Baramos-Kloster im Wadi an-Natrun nach Deutschland gesandt, um dort ein koptisches Kloster zu gründen. Einer von ihnen war der Mönch und Priester Michael (der heutige Anba Michael).

Das Kloster des heiligen Anba Antonius wurde als Herzstück des „Koptischen Zentrums“ errichtet, das Schritt für Schritt erweitert wurde. Parallel zum sichtbaren baulichen Wachstum des Klosters wuchs auch die klösterliche Gemeinschaft im Inneren. Heute umfasst sie 13 hieromönchische Priester, 4 Mönche und 5 Brüder, die sich auf das Mönchsleben vorbereiten. Auch Anba Damian selbst wurde im Kloster des heiligen Anba Antonius in Kröffelbach zum Mönch ausgebildet.

Dieses koptische Zentrum wurde zu einem geistlichen Ausstrahlungsort über die Grenzen der Diözese in Süddeutschland hinaus und ist ein Ziel für koptische Pilger aus ganz Westeuropa geworden. Dennoch bleiben die Kopten stets eng mit der Kirche in ihrer jeweiligen Wohnregion verbunden.

Im Jahr 2013 besuchte Papst Tawadros II. das Kloster. Darüber hinaus wurde das Kloster durch Besuche zahlreicher koptischer Kirchenführer gesegnet.

Das Kloster des heiligen Anba Antonius ist auch Sitz einer „Theologischen Hochschule“, die 2002 gegründet wurde und aus der bisher 135 Absolventinnen und Absolventen hervorgegangen sind. Die meisten von ihnen arbeiten heute als Lehrer in den Sonntagsschulen ihrer Gemeinden. Zwanzig Absolventen wurden zu Priestern in Diözesen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Frankreich und Großbritannien geweiht.

Zur Unterstützung der Theologischen Hochschule wurde außerdem eine reich ausgestattete Bibliothek aufgebaut. Das Kloster ist auch Sitz eines Verlags für koptische pastorale Bücher in arabischer und deutscher Sprache sowie der Zeitschrift „Mar Markus“. Darüber hinaus fanden in Kröffelbach mehrere ökumenische Konferenzen und Seminare statt, darunter auch ein Symposium der bekannten Stiftung der Ostkirchen „Pro Oriente“.

In Zeiten von Krisen öffnete das Kloster seine Türen für verfolgte Christen – nicht nur aus Ägypten, sondern auch aus dem Sudan, Eritrea, Syrien und der Ukraine.

Im Juni 2025 wurde Anba Dioskoros zum Bischof von Süddeutschland und zum Vorsteher des Klosters des heiligen Anba Antonius in Kröffelbach geweiht durch den Patriarchen: Seine Heiligkeit Papst Anba Tawadros II., den 118. Papst der Koptisch-Orthodoxen Kirche.